Hilfe, ich vertrockne!
Plötzlich in der Perimenopause? Wenn dich der hormonelle Umschwung emotional überrollt und du dich eher wie ein vertrockneter Pfirsich fühlst – hier findest du Trost, Humor und neue Perspektiven. Ein ehrlicher Text über Identität, Verlustgefühle und den Wert getrockneter Aprikosen.


Es begann ganz harmlos. Ich war bloß ein bisschen müde. Ein bisschen emotional. Ein bisschen (ach was - viel mehr) allergisch als sonst. Ein bisschen… äh, pfirsichrunzelig? Und wo kamen auf einmal die komischen Flecken auf meiner Stirn her?
Irgendwann saß ich da, hielt meine Espressotasse fest wie eine letzte Bastion und dachte: Oh Gott. Ich glaube, ich komme in die Wechseljahre.
Und mit diesem Gedanken kam er: der große Schockmoment.
Wie ein Blitz durchfuhr mich die Erkenntnis, dass mein Körper offensichtlich beschlossen hatte, einen neuen Lebensabschnitt einzuläuten – ohne mich vorher zu fragen.
Der Anfang vom Ende?
Plötzlich fühlt man sich wie ein Obst, das der Supermarkt bald in die Bio-Tonne schmeißt: außen weich, innen matschig, optisch leicht schrumpelig – aber offiziell noch nicht abgelaufen. Und doch trauert man einer Zeit hinterher, in der alles irgendwie glatter, knackiger, elastischer war. Nicht nur die Haut. Auch das Selbstbild.
Ich war immer jemand, die sich über ihre Jugendlichkeit definiert hat. Über ihren Glow. Über das Gefühl, dass da noch so viel möglich ist – körperlich, hormonell, optisch. Und jetzt? Fühlt es sich an, als ob jemand die Tür zur „Fruchtbaren Phase“ mit einem dumpfen Klick abgeschlossen hat. Zack, vorbei.
Hormone gone wild
– oder warum du plötzlich weinst, wenn du einen Vogel niesen siehst
Die emotionale Komponente dieser Umstellung ist kein Scherz.
Man ist plötzlich so verletzlich wie eine überreife Avocado.
Ein unbedachter Kommentar? Heulkrampf.
Ein Foto von früher? Existenzkrise.
Die Frage, ob man noch Kinder will? Explosionsgefahr.
Es ist nicht nur der Körper, der sich verändert. Es ist die Identität.
Wer bin ich, wenn ich keine regelmäßige Periode mehr habe?
Wenn mein Hormonhaushalt sich anfühlt wie ein kaputtes Mobile im Wind?
Wenn ich mich nicht mehr „frisch“ fühle, sondern eher… vorgegart?
Der Kontrollverlust ist real
Was wirklich hart ist: Diese Veränderung passiert nicht linear.
An einem Tag fühlst du dich noch wie 34, am nächsten wie 84.
Und das völlig ohne Ankündigung.
Die Menopause bringt dich in Kontakt mit Dingen, über die keiner spricht:
– Verlustängste
– das Gefühl, "weniger Frau" zu sein
– die Angst, unattraktiv oder nicht mehr begehrenswert zu wirken
– ein diffuses Gefühl von Trauer
– und ein fast existenzieller Selbstzweifel.
Was bleibt?
Hier kommt die bittere Pille, aber auch der Wendepunkt:
Was bleibt, ist das, was nie verschwinden wird – selbst wenn die Eierstöcke in Rente gehen.
Dein Humor.
Deine Tiefe.
Deine Intuition.
Deine Kreativität.
Deine Erfahrung.
Dein Wunsch, du selbst zu sein – ohne Filter und Fruchtbarkeitsbonus.
Vielleicht ist das auch die eigentliche Initiation.
Eine Art hormonelles Erwachen, das dich zwingt, neu hinzuschauen.
Weg von: Wie sehe ich aus?
Hin zu: Wie fühle ich mich – und was will ich wirklich?
Fazit: Ich bin kein vertrockneter Pfirsich.
Ich bin ein getrockneter Aprikosensnack mit Persönlichkeit.
Also ja – ich habe mich gefühlt wie ein vertrockneter Pfirsich.
Aber heute denke ich: Vielleicht bin ich einfach eine getrocknete Aprikose.
Zwar nicht mehr prall und saftig wie früher – aber voller Nährstoffe, intensiver im Geschmack, haltbar, erprobt und auf ihre Art wunderschön.
Mit Falten, ja. Aber auch mit Würde. Und einem süßen Kern, der bleibt.
PS: Wenn du auch gerade durch diese Phase gehst – du bist nicht allein.
Sprich drüber. Schreib’s auf. Oder schick diesen Text deiner besten Freundin.
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